DIY - selbst gebautes

Do-It-Yourself  ist der Überbegriff für alles selbst gebautes und hier möchte ich meine Projekte vorstellen die ich selbst gebaut habe. Dazu zählen vor allem meine Röhrenverstärker Projekte aber natürlich auch diverses Zubehör. Zubehör ist unerlässlich und manchmal auch extrem teuer und so ist hier eigentlich das mit Abstand größte Potenzial für DIY (do it your self) zu suchen. Also ich werde meine Tipps für alles was man so braucht hier unter dieser Rubrik ablegen und beschreiben. Für alles was dann von wem auch immer kopiert oder abgewandelt umgesetzt wird - wäre ich für eine kleine Rückmeldung sehr dankbar ;-)



HiFi - Netzverteiler - DIY


Wer kennt das nicht, man hat schon ne echt teure mehrfach Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz und allem klimbim, aber reichen tut sie nie. Hier noch ein Steckernetzteil und noch ne Beleuchtung und so weiter. Schnell wird klar so geht es nicht weiter, also habe ich dazu mal im Internet geschaut und echt geile Sachen gesehen nur waren die Preise auch gleich mal wieder High End ;-)

 

Also was tun wenn man es selber machen will?

Die Aufgabe hieß es müssen mindestens 5 Geräte anzuschließen sein und die Phasenlage sollte bei allen klar sein. Nun größerer Querschnitt der Einzeladern mit 2,5mm Leitungen ist schön und Schirmung sieht immer gleich mal hochwertiger aus (über den Nutzen kann man natürlich vortrefflich streiten).

 

Mein Projekt nutzt die vielfach bekannten chinesischen Kaltgerätestecker vergoldet und die dazugehörigen Schuko Stecker. Auch hier gibt es viele die mit dem fehlenden CE- und VDE-Zeichen gleich Hausbrand schreien, aber ich sehe da bei sauber gekennzeichneten Baumarkt Kram vielfach schlimmeres und ich bin vom Fach.

 

Also Leitung musste her, LAPP Ölflex Classic 110 CY in 3 G 2,5. Die Verteilung in der Mitte ist aus der Bucht für Gartenbeleuchtung IP68 mit sechsfach Verschraubungen. Zwar nicht aus Metall und damit nicht durchgängig geschirmt, aber günstig und extrem sicher was das heraus reißen der einzelnen Leitungen betrifft. Wer selber Staubsaugt weiß wovon ich rede.

 

Auf Aderendhülsen habe ich verzichtet und alle Leitungen vor dem Verdrahten verlötet. Alle Stränge bis auf die Zuleitung sind exakt gleich lang (2m). Die Zuleitung mit der zusätzlich umwickelten Ader hatte ich mir vor Jahren mal gekauft und deswegen habe ich Sie als Zuleitung geopfert. Die Netzleitung des Subwoofers hat zusätzlich noch eine Ferritspule bekommen sieht man an dem blauen Kaltgerätstecker - sicher ist sicher :-P 

 

Das ganze braucht nun nur noch einen einzigen Steckplatz in meiner Steckdosenleiste und da die abgeforderte Leistung locker drüber geht, sind somit vier Plätze frei geworden.

 

Ach so für alle die es wissen wollen die Schirme sind nur von einer Seite mit dem PE (Schutzleiter) verbunden. Da in meinem Haus FI-Schutzschalter verbaut sind bin ich mir bei dieser Verdrahtung vor bösen Überraschungen geschützt.







DIY-Röhren-KHV                   Umbau


Ich konnte bei Ebay mal wieder diesen Röhren-KHV für ganz kleines Geld ergattern. Nicht perfekt und mit ein paar kleinen Macken, aber eine Top Basis um einen reinen Röhren-KHV für meinen Sohn zu bauen der zu Weihnachten gerade einen eignen Beyerdynamics DT880 (250 Ohm) bekommen hat. Die Schaltung ist wirklich interessant die Vorstufenröhren sind die wohl bekannten EF86 und die Endstufenröhren die eher unbekannten EL803. Die Ausgangsübertrager sind von Hammond (125BSE), die viel von den Amerikanern eingesetzt werden in ihren Schaltungen. Was für diese AÜs spricht ist ihre doch recht kleine Baugröße, was hier erlaubt sie im Gehäuse zu lassen, anstatt sie oben drauf zu montieren.

 

Ich merke hier an dieser Stelle noch einmal an das ich ein großer Fan von Ausgangsübertragern bin vor allem wenn man sich einen Kopfhörer aufsetzt. Die meisten Röhren-KHV Schaltungen im Netz sind OTL (Outputtransformer less) Also ohne diese und man ist von der Hochspannung der Schaltung nur durch einen Koppelkondensator getrennt. Das gibt mir bei einem Fehlerfall des Kondensators immer das Gefühl von elektrischer Stuhl weswegen ich da mehr auf Sicherheit stehe und lieber AÜs dazwischen habe die mich galvanisch von der Hochspannung trennen. Aber das muss ja jeder selber wissen wie weit er da seinen Fähigkeiten traut ;-) Um die Sache besser zu verstehen und mir zu dem ein oder anderen auch Hilfe aus dem Analog Forum zu holen, habe ich einen Schaltplan gezeichnet, was später beim wieder Zusammenbau extrem hilfreich war. 



Bestandsaufnahme - der KHV hat einen leichten Grundbrumm. Eine Röhre war beim Paketweitwurf von DHL gleich mal trotz extrem guter Verpackung zerbrochen. Also habe bei Ebay verschiedene Vorstufen Röhren (EF86) bestellt. Dabei waren auch zwei -NOS- Siemens in Top Zustand. Mit diesen Röhren war dann auch gleich mal der Grundbrumm weg und die starke der Mikrofonie die mir aufgefallen war. Das Lautstärke Poti kratzte was gerade bei einem KHV gar nicht geht, also war klar dieses gegen ein vernünftiges ALPS Poti das Blaue zu tauschen. Die rote LED neben dem Einschalter ging so auch gar nicht. Der Erbauer hatte zur Anpassung an verschiedene Eingangsquellen hinten einen dreistufigen Drehschalter verbaut was ich als durch aus positiv erachte. Vorne gab es einen kleinen Umschalter um die Gegenkopplung leicht zu senken. Die Kopfhörerbuchse ging gar nicht, billig China Kram, also hier musste eine verriegelbare von Neutrik rein. Dann kam noch dazu das der Trafo ohne jede Belüftung extrem heiß wurde, mit Fernthermometer gemessen gute 45 Grad. Auch hier musste ich was machen. 


Als erstes ging es ans Ausschlachten. Alles musste raus und ausgebaut werden da ich mir vorgenommen hatte das Maus graue Gehäuse komplett neu zu lackieren. Da die Röhrentechnik aus den 50er und 60er Jahren ist wollte ich das Design dahin gehend anpassen. Es musste also der damals so gerne verwendete Hammerschlaglack sein. Das old school grün war zwar schwer zu bekommen aber mein Favorit. Zudem sollten alle Schrauben als Linsenkopf Schlitzschrauben verbaut werden, eben wie früher auch, da gab es keine Kreuzschlitz und Inbusschrauben und dazu habe ich alle neuen Schrauben in Edelstahl gewählt die lassen sich top polieren und bleiben dann auch ewig so. Das fest angeschlossene Netzkabel sollte raus und so musste ich eine Kaltgerätebuchse ins Gehäuse verbauen und haufenweise Lüftungslöcher schaffen um dem Verstärker das Atmen zu erleichtern. Das Lackieren von Hammerschlaglack mit Spraydosen ist nicht wirklich einfach und ich habe meine Lehre daraus gezogen so etwas nicht noch mal zu machen. Glaubt mir beim nächsten Projekt wird ein einfacher Hammerschlaglack Topf gekauft und gestrichen und gerollt. Das Ergebnis wird um Längen besser. 


Der Neuaufbau war dann doch recht Aufwändig da ja alle Bauteile schon mal verlötet waren und somit das Ergebnis nicht ganz meinen eigenen Anforderungen entspricht, allerdings wollte ich auch nicht alle Bauteile neu kaufen. Interessant waren die Halteringe der Röhrenfassungen, alle in vergoldet und das passte ja so gar nicht zu meinem old school look. Also habe ich einfach die Dinger mit dem Lötkolben komplett verzinnt und dann poliert ;-) passt. Die Masseführung in der Schaltung habe ich mit einem fetten 4 Quadrat massiv Kupferkabel gemacht. Die dünnen Klingeldrähte vom Vormann habe ich dann gleich mal gegen spannungsfeste richtige Querschnitte ausgetauscht und alle Heizdrähte richtig verdrillt. Das gleiche gilt für die Netzspannungsleitungen. Alle Signalleitungen sind nun geschirmte Leitungen und die Schirme hängen immer einseitig auf der Schaltungsmasse. Die rote LED ist rausgeflogen und wurde gegen eine passende Blaue LED ausgetauscht die ich zudem etwas dunkler eingestellt habe damit sie nicht so aufdringlich ist. Der Netzschalter hat ein Ein/Aus Schild bekommen was den old school look nochmals unterstützt. Bei freundlichen Chinesen bei Ebay habe ich dann den tollen Lautstärkeknopf mit passender Skala bekommen. Zu guter Letzt habe ich noch zwei verchromte Griffe auf das Gehäuse gesetzt was extrem gut den Messgeräte Charakter der 60er rüber bringt. Tja eins war dann noch offen, neue Gerätefüße wollten zu diesem KHV einfach nicht passen. Also bin ich auf die Idee gekommen dafür einfach Edelstahl Hohlkugeln zu benutzen, die gab es im Internet günstig in der passenden Größe von 30mm und mit M6 Gewinde. Ich habe sie dann vor der Montage mit Quarzsand gefüllt und habe zwischen die Kugel und dem Gehäuse noch eine Gummischeibe gesetzt - PEFERKT. Das passt so alles extrem gut zusammen. 



Der Röhren-KHV spielt top und ist leistungsmäßig so gut aufgestellt das er selbst hochohmige Hörer wie meinen DT880 mit 600 Ohm locker treibt mit 50% Leistungsreserve. Also alle sind zufrieden - der Junge liebt ihn und ich habe mich mal wieder richtig austoben können. aber ehrlich gesagt jetzt bin ich erst richtig auf den Geschmack gekommen, da geht noch einiges und warum sollte ich mir nun nicht auch selbst einen Röhren-KHV bauen? Gesagt getan aber das wird eine andere Geschichte ...